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HINWEIS IN EIGENER SACHE: Die neue Seite des CAMP NUMI finden Sie ab sofort unter www.camp-numi.de. Hier finden Sie künftig allgemeine Informationen über die Republik Benin.
Neben den atemberaubenden Landschaften und wilden Tieren, die wir Europäer ausschließlich aus dem Zoo oder Fernsehen kennen, hat Benin noch etwas anderes zu bieten: seine Menschen. Wir möchten Ihnen an dieser Stelle sowohl allgemeine Informationen zur Lebensweise der Beniner als auch unsere subjektiven Eindrücke von Begegnungen mit der einheimischen Bevölkerung vermitteln.
Welche Sprachen werden gesprochen?
Neben der offiziellen Amtssprache Französisch werden in Benin noch etwa 90 afrikanische Sprachen und Dialekte, hauptsächlich die der Kwa-Gruppe (z.B. Fon, Adja, Gun oder Bariba), gesprochen. Und sprechen tun die Beniner sehr gern und viel. Ein wichtiger Bestandteil des kulturellen Lebens ist das Palabern, was soviel bedeutet, wie stundenlanges Reden und Diskutieren zu aktuellen Geschehnissen. Dabei wird der Meinung der Dorfältesten eine besonders hohe Gewichtung zugesprochen.
Auf Grund der zahlreichen Dialekte und Sprachen, so erzählen uns die Einheimischen, versteht man teilweise nicht einmal alles, was die Bewohner des wenige Kilometer entfernten Nachbarortes zu erzählen haben. Ein Problem sei dies nicht. Spätestens bei einem gemeinsamen Hirsebier verschwinden auch die letzten Verständigungsschwierigkeiten.
Woran glauben die Menschen?
Benin ist das Ursprungsland des Voodoo. Daher ist es nicht verwunderlich, dass sich auch heute noch etwa 70 Prozent der Bevölkerung an dieser Naturreligion orientieren. Im Süden Benins hat sich im Lauf der Zeit neben dem Voodoo auch das Christentum etablieren können (etwa 15 Prozent Bevölkerungsanteil), wohingegen im Norden des Landes eine etwa ebenso große Bevölkerungsgruppe muslimischen Glaubens lebt. Aus persönlichen Erfahrungen können wir feststellen, dass Benin auch in Sachen Religion ein sehr weltoffenes und liberales Land ist. Von Konflikten zwischen den unterschiedlichen Glaubensgemeinschaften innerhalb Benins ist bis heute nichts bekannt.
Wie leben die Menschen?
Wir neigen dazu, Benin als die "afrikanische Schweiz" zu bezeichnen. Dieser Vergleich beruht nicht auf geographischen und auf gar keinen Fall auf wirtschaftlichen Gesichtspunkten (Bruttoinlandprodukt von ca. 470 EUR pro Einwohner im Jahr 2005), sondern vielmehr der vorherrschenden Liberalität und Toleranz der Menschen im Umgang mit Religion und Politik. Für westafrikanische Verhältnisse ist Benin durchaus als fortschrittliches Land zu bezeichnen.
Ein weit verbreitetes Relikt vergangener Zeiten in Afrika ist z.B. die Beschneidung junger Frauen und Mädchen. In Benin ist Frauenbeschneidung seit 2003 verboten!
Am 9. April 2005 zelebrierte Benin als erster afrikanischer Staat öffentlich und offiziell das Ende der Beschneidung von jungen Mädchen. Zu den Feierlichkeiten im Stadion von Natitingou (Provinz Atakora) war auch die deutsche Ministerin für Entwicklung und Zusammenarbeit Heidemarie Wieczorek-Zeul anwesend. |